Dieser Extractivism Policy Brief 09/2026 zeigt:
- Die „Global Gateway“-Initiative der EU kann angesichts ihres Schwerpunkts auf der Entwicklung von Klima- und Ökostromprojekten als Chance für die Umsetzung der SDGs in Lateinamerika angesehen werden.
- Die Dominanz von Investitionen in Projekte für grünen Wasserstoff und kritische Rohstoffe birgt das Potenzial, extraktivistische Muster in Lateinamerika zu verstärken. Während dies bei „Global Gateway“-Projekten in Chile besonders deutlich wird, ist die „Global Gateway“-Agenda in Brasilien vielfältiger und umfasst Projekte in Bereichen wie digitale Konnektivität, Infrastruktur und Abwasserentsorgung.
- Um zum ökologischen Wandel und zur Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in der Region beizutragen, muss die „Global Gateway“-Initiative bei der Neugestaltung früherer europäischer Kooperationsprojekte zahlreiche Aspekte berücksichtigen – insbesondere Transparenz, die Einbindung privater Investoren, die Einbeziehung lokaler und sozialer Akteure sowie Asymmetrien auf der Konzeptionsebene und bei der Umsetzung.
Die Autoren:
Dr. Bruno Theodoro Luciano ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für öffentliche Politik und internationale Beziehungen der Staatlichen Universität von São Paulo (UNESP), Brasilien. Er ist assoziierter Forschungsstipendiat an der Universität der Vereinten Nationen (UNU-CRIS) in Belgien sowie Herausgeber der Zeitschrift „Contemporary European Politics“ (Wiley/UACES). Er promovierte in Politikwissenschaft und Internationalen Studien an der Universität Birmingham, Vereinigtes Königreich. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den politischen Entwicklungen in den Beziehungen zwischen der Europäischen Union, Lateinamerika und der Karibik, wobei er deren zwischenstaatliche und interparlamentarische Dimensionen untersucht. Derzeit ist er Projektleiter des vom Nationalen Rat für wissenschaftliche und technologische Entwicklung (CNPq), Brasilien, finanzierten Projekts „Untersuchung der Konzeption und Umsetzung der ‚Global Gateway‘-Agenda der EU für Lateinamerika“.
Maria Laura Lanza ist Fachkraft für Entwicklungszusammenarbeit und öffentliche Politik mit Erfahrung in den Bereichen internationale Zusammenarbeit, Governance und Menschenrechte. Derzeit unterstützt sie Kultur- und Entwicklungsinitiativen im Regionalbüro der UNESCO für Kuba, die Dominikanische Republik, Venezuela und Haiti. In ihren früheren Tätigkeiten als Praktikantin bei der Delegation der Europäischen Union in Kuba und bei der Weltorganisation gegen Folter befasste sie sich mit Politikanalyse, Einbindung von Interessengruppen sowie Forschung zu sozioökonomischer Entwicklung, internationaler Zusammenarbeit und Menschenrechten. Sie hat einen Master-Abschluss in Internationalen Beziehungen und Öffentlicher Politik von der Université libre de Bruxelles und absolviert derzeit einen Masterstudiengang in Wirtschaftspolitik und Governance für Entwicklung und Resilienz. Ihr akademischer und beruflicher Schwerpunkt liegt auf Entwicklungspolitik, Governance, sozialer Inklusion und den Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika, wobei ihr besonderes Augenmerk Lateinamerika und der Karibik gilt. Sie hat zu Forschungsarbeiten, politischen Berichten und Initiativen zur institutionellen Zusammenarbeit in internationalen und regionalen Kontexten beigetragen.
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