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Marokko am Scheideweg der Macht: Geopolitische Chancen und Risiken bei der Energiewende hin zu erneuerbaren Energien

Dieser Extractivism Policy Brief 05/2026 zeigt:

  • Marokko entwickelt sich zunehmend zu einer Plattform, die es chinesischen Unternehmen ermöglicht, westliche Handelsbarrieren zu umgehen, indem sie die natürlichen Ressourcen des Landes und sein Netzwerk an Vorzugsabkommen nutzen.
  • Mit Unterstützung europäischer Entwicklungsgelder hat sich Marokko als führendes Land in der Entwicklung grüner Energien und als strategische Bezugsquelle nicht nur für Phosphate, sondern auch für andere „kritische Mineralien“ wie Kobalt positioniert. Diese pragmatische Strategie des Gleichgewichts ermöglicht es dem Land derzeit, von Investitionen, technologischer Modernisierung und diplomatischem Kapital zu profitieren, insbesondere hinsichtlich der internationalen Anerkennung seiner Position im Westsahara-Konflikt.
  • Die langfristige Tragfähigkeit dieser Strategie bleibt jedoch ungewiss, da die globalen Wertschöpfungsketten für grüne Energie weiterhin fragmentiert sind und es an einer inklusiveren und nachhaltigeren Strategie für industrielle Innovation mangelt, von der ein größerer Teil der marokkanischen Gesellschaft profitieren könnte.

Autoren:

Dr. Mustapha Majidi ist Professor für öffentliches Recht und Politikwissenschaft an der Hassan-I.-Universität in Settat, Marokko. Er promovierte mit einer Dissertation zum Thema „Energiepolitik und nachhaltige Entwicklung in Marokko“. Seine Forschungsschwerpunkte sind Energiewende, Wasserpolitik, Klimawandel und Rohstoffabbau. Darüber hinaus koordiniert er den Studiengang „Politik- und Internationale Studien“ an der Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften.


Prof. Dr. Rachid Ouaissa
ist Inhaber des Lehrstuhls für Politik des Nahen Ostens am Zentrum für Nahoststudien (CNMS) der Philipps-Universität Marburg. Seine Forschungs- und Lehrschwerpunkte liegen auf Nord-Süd-Beziehungen, dem Aufstieg fundamentalistischer Bewegungen, der EU-Mittelmeerpolitik, Rentiersystemen und Herrschaftsstrukturen im Nahen Osten und in Nordafrika. Er verfügt über langjährige Erfahrung mit Verbundprojekten und internationaler Zusammenarbeit.

Dr. Bertram Lang ist leitender politischer Berater beim Intergovernmental Forum on Mining, Minerals, Metals and Sustainable Development (IGF). Er hat einen Doktortitel in Politikwissenschaft von der Goethe-Universität Frankfurt sowie einen M.A. (Hons) in EU-Beziehungen vom College of Europe (Brügge) und in Politikwissenschaft von der Universität Freiburg und Sciences Po Aix-en-Provence. Seine Forschung stützt sich auf Mixed-Method-Ansätze zur Untersuchung der transnationalen Politik des globalen China in Bereichen wie dem gemeinnützigen Sektor, (Anti-)Korruption und Governance sowie Entwicklungspolitik.

Link zum PDF: Download Extractivism Policy Brief 05/2026 (ENGLISCH)

DOI: https://doi.org/10.17170/kobra-2026042312114.